Top Five: Wien, mon amour

Stephansdom

Vor über zwanzig Jahren war ich zum ersten Mal in Wien und hab in Floridsdorf gezeltet – seither bin ich oft zurückgekommen. Lieblingsorte und Lieblingsdinge gibts hier viele (genauso wie es wirklich triste Ecken gibt), meistens variieren sie nach Jahreszeit. Für diesen Blog habe ich überlegt, auf was ich in Wien auf keinen Fall verzichten wollen würde.

1. Das Café Prückel
Café Prückel
Klar, es gibt schönere Kaffeehäuser mit Jugendstil-Stuck-Schnick-Schnack, und ja, es gibt welche mit besseren Torten und Kuchen. Aber im Café Prückel kann man einfach ungestört ewig sitzen, die Wiener studieren, ein Buch lesen und ab und an einen Kellner herbeiwinken und sich neuen Kaffee oder ein Rührei bringen lassen. Außerdem gibts hier einen wunderschönen Wurlitzer im Keller, der „Schön ist es auf der Welt zu sein“ spielt. – Und das in Wien!

2. Kaffee in allen Variationen
Kaffee verkehrt und ein Einspänner

In Wien ist es einfach, das gewünschte Koffein-Level zu erreichen. Es gibt viele Varianten vom doppelten Mokka schwarz bis hin zum Kaffee verkehrt (Milch mit mikroskopischen Spuren von Kaffee). Und auch das Kalorien-Level schwankt stark, schließlich gibt es einige Varianten mit geschlagener Sahne. Und Zucker. Und Schnaps. Im Bild: einmal Kaffee verkehrt (links) und ein Einspänner mit Obers, gereicht im Café Sperl.

3. Das Beethovenfries
Kunst gibts in Wien an allen Ecken. Aber die Wiener Secession sticht für mich heraus. Das Beethoven-Fries ist einfach wunderschön – und man kann es so besuchen, wie einen alten Bekannten: einfach kurz hineinschauen und beruhigt sein, dass alles noch da ist.

4. Das Beisl
Wiener Schnitzel

Auf ein Lieblings-Beisl kann ich mich wirklich nicht festlegen. Das hängt davon ab, was man gerade essen mag. Aber der Grünauer serviert die allerbesten Mohn-Palatschinken der Welt und herrliche Weine (daneben auch zahlreiche Innereien, vom gebackenen Hirn bis zur Blunzenterrine oder so). Und das beste Wiener Schnitzel aß ich im Gasthaus zu den 3 Hacken.

5. Radio fm4
So gern ich Wien mag, vieles erscheint mir oft recht, naja, wie sagt man das jetzt charmant? K&K-geprägt? Da tut es gut, dass Radio fm4 der Stadt einen anderen Klanganstrich liefert. Gute Musik, oft eine englischsprachige Moderation, manchmal auch französisch und kritisch-bissige Stimmen wie Grissemann und Stermann, die hier groß geworden sind. Und das Beste: Dieses Stück Wien habe ich auch in München. Denn in weiten Teilen Münchens ist der Sender auch zu empfangen.

War’s das?

Nee, natürlich nicht. Was fehlt: Die Sachertorten & Zuckerbäcker, die Grinzinger Heurigen, Sturm & Grünen Veltliner & Schmalzbrote, ach, überhaupt, die Donau, das Schmetterlingshaus, der Dialekt, die Friedhöfe, die Bachmann – und natürlich: die Wiener selber. 😉

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