Das Dürüm-Dilemma

Dürümpackung

Neulich war ich beim Sadak-Olivenstand auf dem Viktualienmarkt. Er steht im Herzen des Platzes und allerlei emsige Verkäufer versorgen die Münchner dort täglich mit frischen Oliven, Schafskäse und dem sogenannten türkischen Obatzten, einer sehr leckeren bayerisch-türkischen Käsecreme. Na, auf jeden Fall hat Sadak jetzt wegen Urlaub geschlossen (sie kommen, wenn ich mich recht erinnere, am 28. September wieder, vielleicht aber auch schon am 22. – ich weiß es nicht mehr genau). Vor dem Urlaub verkauften sie noch all ihre Waren, zwei große Schalen Oliven für fünf Euro. Hurra! Obendrauf gab es als Geschenk noch abgepackte Dürümfladen. Sehr nett, dachte ich, und packte alles hocherfreut ein.

Ein Cocktail aus zwölf E-Nummern

Inhaltsstoffe

Was sich alles in so einem Fladen versteckt…

Die Oliven schmeckten gewohnt wunderbar, aber als ich die Dürümpackung musterte, fielen mir die zahlreichen Inhaltsstoffe auf. So ein Teigfladen schafft es tatsächlich, zwölf verschiedene E-Nummern auf sich zu vereinen. (Der Emulgator E 471 findet sich gleich zwei Mal in der Zutatenliste). Und was bitte ist gleich nochmal ein vegetaler Mehl-Conditioner (E 920)? Der Blick in die Datenbank von das-ist-drin.de verrät: Es handelt sich um L-Cystein, mit dem sich Teige leichter kneten lassen. „Als Lebensmittelzusatzstoff wird sie aus kreatinreichen Geweben, z.B. Tier- oder Menschenhaaren aber auch Federn gewonnen. Die Herstellung mit Hilfe von Mikroorganismen ist auch möglich,“ heißt es bei das-ist-drin.de. Klingt nicht lecker, doch wenigstens soll E 920 unbedenklich sein.

Irgendwie ist mir der Appetit auf die Dürümfladen vergangen. Sie liegen jetzt schon geraume Zeit in der Küche und ich weiß wirklich nicht, was ich damit anstellen soll. Einerseits hab ich keine Lust, sie zu essen. Andererseits will ich sie nicht einfach wegwerfen. Sie sind schließlich komplett in Ordnung, wir werfen eh zu viele Lebensmittel weg – und in einer Dönerbude gibts sicher auch keine anderen. Für Tipps, wie ich mein ethisches Lebensmittelproblem beseitigen kann, wäre ich dankbar. Hat auch noch ein wenig Zeit. Denn die Dürümfladen sind dank diverser Konservierungsstoffe mindestens bis 2013 haltbar…

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6 Kommentare
  1. _Flin_ sagte:

    Leberwurst draufschmieren und dem Hund Deines Vertrauens geben. Gibt mächtig „Mein-neuer-bester-Freund“ Punkte.

  2. Kerleone sagte:

    Ganz ehrlich, du gehst die Sache zu ideologisch an und wirst dir dein ganzes Leben damit ruinieren, weil man davon verrückt wird. Iss den einen Fladen, du wirst nicht davon sterben. Oder wirf ihn weg, wenn du keine Lust drauf hast. Es ist egal. Im Grund der Sache ist es aber trotzdem richtig, Überzeugungen zu haben und diesen zu folgen, also schau bei nächster Gelegenheit, ob du nicht welche mit weniger Inhaltsstoffen bekommst oder versuch deinen Fladenmann davon zu überzeugen, andere zu besorgen.

  3. @flin: also, die Idee mit dem hund gefällt mir, ich hätte da sogar schon einen im Auge… 🙂

  4. Iß nicht alle auf einmal. Vielleicht tragen ja die Konservierungstoffe auch in Deinem Körper dazu bei, daß er sich länger hält. 🙂 Jetzt mal ernsthaft: Ich würde die nicht essen. Verschenk sie doch einfach.

  5. Ken sagte:

    Ich würde die auch nicht essen, hatte damals bei Penny wegen deren Mike Mitchel (die mit der USA Flagge drauf) Hot Dog Brötchen nachgefragt, da wurde mir mitgeteilt das man Cystein aus Gelügel verwendet.

    • Ich muss gestehen: sie lagen eine ganze weile herum – und dann hab ich sie tatsächlich irgendwann ziemlich beschämt weggeworfen…

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