Bubble Tea im Test: Das Zwei-in-Eins-Aroma

Jasmintee mit Mangosirup und Erdbeerbobas

Jasmintee mit Mangosirup und Erdbeerbobas

Zum ersten Mal traf ich Bubble Tea im Dezember 2011 in der Münchner S-Bahn. Ein junger Mann saugte ihn mit einem überdimensionierten Strohhalm ein. Mittlerweile habe ich mich an das schlürfende Geräusch der Bubble-Tea-Trinker gewöhnt, denn inzwischen haben zwei solcher Läden in meiner Nachbarschaft eröffnet. Das Alter des Durchschnittsgasts scheint um die 14 zu sein, hochfrequentiert sind die Bubble-Tea-Bars deshalb vor allem nach Schulschuss. Aus diesem Alter bin ich zwar längst heraus, aber für diesen Blog wollte ich mal sehen, wie das Zeug denn so schmeckt.

Variationen von Zuckerwasser
Das Basisgetränk für Bubble Tea ist überraschenderweise tatsächlich: Tee. Für meinen Test wählte ich Jasmintee, dazu einen Fruchtsirup (meine Wahl: Mango) – und als sogenanntes „Topping“ Erdbeer-„Bobas“. (Die gibt es natürlich noch in vielen anderen Geschmacksrichtungen.) Diese Bobas sind das, was den Bubble Tea erst zu etwas Besonderem macht. (Ohne wäre er schlichtweg Tee mit Zucker.) Solch glibbrige Perlen voller Sirup kannte mein Gaumen bislang nicht. Ihretwegen ist der Bubble-Tea-Strohhalm daumendick, sonst könnte man sie nicht einsaugen.

Geschmacklich bieten die Bobas zwar sehr wenig – künstlich aromatisierte Süße eben – doch ihre Konsistenz ist überraschend, sie erinnern an überdimensionierte Fischeier oder die Saftzellen einer Orange oder Zitrone, nur eben rund. Zerdrückt man sie mit der Zunge am Gaumen, platzt in den süßen Tee-Geschmack eine neue fruchtige Süße. Übrig bleibt die Kugelhaut der Bobas, die sich nicht künstlich, sondern organisch anfühlt.


Das Fazit des Tests

Es ist lustig, zwei Geschmacksrichtungen erst im Mund zu mischen. Der Geschmack selbst allerdings ist fad, viel zu süß, eindimensional. Es handelt sich offenbar um ein ähnliches Phänomen wie bei Esspapier, (neben Kracherkaugummi dem Knaller-Essen meiner Grundschultage). Allein die Tatsache, dass man so etwas essen kann, ohne sofort Magengrimmen oder rote Punkte auf der Haut zu bekommen, ist faszinierend.

Kalorienbomben für Kinder & Jugendliche
Allerdings ist die Dimension von Bubble Tea eine ganz andere als die vom vergleichsweise harmlosen Esspapier. Zum einen ist Bubble Tea deutlich teurer (ein kleiner Becher kostet bei meito 3,20 Euro, ein großer sogar 4,20 Euro) Zum anderen macht er fürchterlich dick. Sogar die BILD-Zeitung warnt davor. In Bubble Tea sei kaum eine Spur von Natur, stellt sie hier fest. Obendrein enthalte ein Becher (0,2 l) 300 bis 500 Kalorien. Also ordentlich. Die Aufmachung der Bubble-Tea-Bars ist bis ins Detail durchdesignt, mit knalligen, bunten Farben und manga-artigen Figuren. Sie soll offenbar vor allem Kinder und Jugendliche ansprechen. Bleibt nur zu hoffen, dass die ihr Taschengeld nach ein, zwei Bechern Bubble Tea wieder in andere Dinge investieren.

Hintergrund: Meinen ersten (und vermutlich auch letzten) Becher Bubble Tea habe ich im März 2012 bei meito.me getrunken, 0,2 l für 3.20 Euro. Geschmacksrichtung Jasmintee mit Mango-Geschmack und Erdbeerbobas. Und ehrlichgesagt habe ich ihn nur halb getrunken. Er war mir einfach zu süß…

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