Schulobst statt Fettsteuer

Anfang März forderten die Vereinten Nationen eine Sondersteuer auf fette, süße Nahrungsmittel. Grundsätzlich glaube ich zwar, dass sich unser Ernährungsverhalten dringend ändern muss. Dennoch fühle ich mich beim Gedanken, dass ganze Völker mit Hilfe einer Strafsteuer umerzogen werden sollen, sehr unwohl. Steuern sind dafür ein sehr schlechtes Mittel – unterm Strich treffen sie nur wieder diejenigen, die eh kein Geld halben.

Das ganze Thema kann man auch positiv angehen. Ein erster, wichtiger Schritt wäre Ernährungserziehung bundesweit als Schulfach auf den Lehrplan zu setzen. Was hilft es, wenn ein Schüler zwar den Zitronensäurezyklus herunterbeten kann, aber nicht fähig ist, ein Ei zu trennen, geschweige denn sich einen Pfannkuchen zusammenzurühren?

Schulfruchtprogramm ausbauen

SchulfruchtprogrammUm das Gelernte gleich praktisch zu unterstützen, sollte es an allen Schulen täglich kostenloses Bio-Schulobst geben. Ein guter Anfang ist das Schulfrucht-Programm. In Bayern startete das von der EU geförderte Programm 2010. Allerdings wird das Obst an die teilnehmenden bayerischen Schulen nur einmal wöchentlich geliefert, in der Regel können auch nur Grundschulklassen mitmachen. Das gesamte Programm ist freiwillig – 2010 erreichte es 128.000 Kinder an 687 Grundschulen (von insgesamt 480.000 Grundschulkinder an 2.400 Grundschulen im Freistaat). (Quelle: agrarheute) Ob eine Schule mitmacht hängt daran, ob an ihr engagierte, nicht überlastete Lehrer arbeiten. Die Frage ist, ob an Schulen in sozioökonomisch schwierigen Vierteln viele Lehrer ihre Kapazitäten dem freiwilligen Schulfruchtprogramm widmen werden?

Natürlich werden Schulfruchtprogramm und Ernährungserziehung allein nicht unsere Essgewohnheiten verändern. Doch wir sollten erst die positiven Maßnahmen vollends ausschöpfen, ehe wir mit neuen Steuern drohen. Und da ist noch viel Luft nach oben…

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